Heinrich Bullinger: Verzeichnis des Geschlechts der Bullinger

Vorbemerkung

Heinrich Bullinger hat sieben Jahre vor seinem Tod eine kurze Geschichte seines aus Bremgarten (Kt. Aargau) stammenden Geschlechts verfasst. Das Autograph dieses Textes ist verschollen, es sind jedoch mehrere Abschriften bekannt. 1823 veröffentlichte Joseph Anton Balthasar eine nach den sprachlichen Gepflogenheiten des 19. Jahrhunderts modernisierte Fassung in: Helvetia. Denkwürdigkeiten für die XXII Freistaaten der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Bd. 1, Zürich 1823, S. 91-112. Diese Druckfassung, die auch einige nach 1568 geschriebene Ergänzungen enthält, liegt der folgenden Transkription zugrunde. Einige offensichtlich Fehler des gedruckten Textes wurden [in eckigen Klammern] korrigiert.

Einen zuverlässigeren, aber unvollständigen Text bietet F. O. Pestalozzi, Aus der Geschichte des Geschlechts der Bullinger von Bremgarten und Zürich, in: Zürcher Taschenbuch auf das Jahr 1930, Zürich 1929, S. 1-82. Pestalozzi hat mehrere Handschriften berücksichtigt und gibt auch jüngere Nachträge und Fortsetzungen von Bullingers Familiengeschichte auszugsweise wieder.

2015 veröffentlichte Bernhard Stettler eine sorgfältige Neuedition aufgrund der handschriftlichen Überlieferung (Bullingers Familiengeschichte: Edition und Kommentar, in: Zwingliana 42, 2015, S. 1-82).

Zu dem in Brugg ansäßigen Zweig der Familie s. Max Banholzer, Der Brugger Zweig der Bremgarter Familie Bullinger, in: Bremgarter Neujahrsblätter 2002, S. 7-13.

Der letzte bekannte Vertreter dieses Geschlechts starb 1916. Die heute lebenden Bullinger stammen von gleichnamigen Familien aus Deutschland ab.

(Verfasser: Rainer Henrich)


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4.

Verzeichniß

des

Geschlechts der Bullinger

und was sie der

Kirche zu Bremgarten vergabet haben;

verfaßt durch

Heinrich Bullinger, den ältern,
Pfarrer bei dem großen Münster in Zürich, im Jahr 1568.

Dieses, von dem als Reformator und Schriftsteller ausgezeichneten Bullinger selbst verfaßte, Geschlechtsregister lassen wir hier zum erstenmal abdrucken, weil dasselbe nicht blos über eine, in der Geschichte unsers Vaterlandes berühmt gewordene, Familie den vollständigsten Aufschluß giebt, sondern auch ein sehr anziehendes Gemälde der damaligen Sitten liefert. Satzordnung, Wort und Ausdruck der Handschrift sind treu beibehalten; die damalige Rechtschreibung, wenn man eine ungeregelte Zusammenhäufung von Buchstaben so nennen kann, werden die Leser gern in die heutige, weit verständlichere Rechtschreibung umgeändert sehen. Haller gedenkt dieser Handschrift im II. Bande seiner Bibliothek der Schweizergeschichte, → Seite 522, No. 1994, und bemerkt dabei, das Bullingersche Geschlechtsregister sey später durch Josua und Hans Balthasar Bullinger, Pfarrer in Birmenstorf, bis zum Jahr 1734 fortgesetzt worden. Wir besitzen diese Fortsetzung ebenfalls, und werden sie in einem der künftigen Hefte mittheilen.

Die Redaktion.

Im Jahr 1630 [richtig: 1530] ward ich von Schultheiß und etlichen verordneten Räthen zu Bremgarten in die Sakristei berufen, wo ich ihnen einige lateinische Briefe, die sie in ihrem Schrein


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hatten, verdollmetschte. Damals fand ich unter andern alten Briefen viel von den Bullingern, unter denen die allerältesten Männer waren: Arnold und Lütold Bullinger. Diese zwei waren Bauersleute gewesen, und gesessen auf dem Hofe am Hasenberg ob Bremgarten unter einem Edelmann der Herrschaft Oestreich, wie denn auch damals die Stadt Bremgarten unter der Herrschaft Oestreich war. Die Zeiten dieser Brüder sind das Jahr 1348. Diese beiden Brüder hatten noch einen Bruder, Klausi Bullinger, der seine Wohnung in der Stadt Bremgarten gehabt, wo er Burger und ein Handwerksmann war. Von diesen drei Brüdern, insbesondere von dem letztgemeldten, sind noch viele andere geboren, die zu Bremgarten wohnten. Sie waren geistlichen und weltlichen Standes, und führten alle gleiches Zeichen oder Wappen, nemlich ein schwarzes Annägeln (annelet), wie es auf den Mühlsteinen gesehen wird, in einem gelben Felde [→ Bullingers Familienwappen]. Noch bei meinen Zeiten war zu Bremgarten eine alte Scheibe auf der obern Stube, von dannen sie genommen und in die Rathsstube aufgehängt wurde; sie war gemacht und gemalt unter der Herrschaft Oestreich; an dieser ist, unter den alten Geschlechtern, ein Schild mit schwarzem Annägeln in einem goldenen Felde. Die Stadt Bremgarten aber ist der Herrschaft Oestreich abgewonnen und von den Eidgenossen eingenommen worden im Jahr 1415, daß also die benannte Scheibe lang vor derselben Zeit gemacht war. Auf den Grabsteinen und Insiegeln findet man nichts anderes.

In diesem Verzeichnisse folgen zuerst etliche Namen der alten Bullinger, und dann zuletzt, was sie der Kirche vergabet haben, wie ich es aus dem Jahrzeitbuche der Kirche zu Bremgarten abschrieb.

Zu den Zeiten des Züricher-Kriegs, der im Jahr 1437 anhob, und erst im Jahr 1446 und 1447 gefriedet ward, sind in der Stadt Bremgarten zwei Bullinger gewesen, deren Namen mir die Alten nicht eigentlich anzeigen können, doch waren es vermuthlich die Brüder Heinrich und Ulrich, beide der Stadt Zürich besonders günstig, wodurch sie sich große Feindschaft zuzogen; deshalb sie sich eine Zeitlang aus dem Unwillen wegmachten und nach Zürich begaben. Nicht lange darnach kamen der Schultheiß daselbst und etliche Bürger


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mehr mit ihm flüchtig auch gen Zürich, von wegen des Ueberfalls, den derer von Zürich Kriegsleute der Mühle an der Brücke thaten, in der Absicht, die Stadt und Brücke von Bremgarten einzunehmen, und die Zuzüger aus den sieben Orten daraus zu vertreiben, was ihnen aber gefehlt hat. Deshalb alle, die gut zürcherisch zu seyn verdächtig waren, entweichen mußten. Als aber der Züricher-Krieg gerichtet, ward auch den ausgetretenen Bürgern von Bremgarten geschrieben, doch waren sie zu großen Kosten und Schaden, oder gar zum Verlust ihres Guts gekommen. Die zwei Brüder Bullinger zogen auch wieder heim gen Bremgarten, doch wohnete nun blos Ulrich wieder in der Stadt; der andere Bruder zog hinaus in die freien Aemter des Wagenthals, und kaufte dort den schönen Hof, Kallern genannt, kirchhörig gen Boswyl unter dem Kloster Muri, und noch zu meiner Zeit ist im Dorfe Muri ein Untervogt gewesen, den man nur den Vogt Bullinger nannte; er war ein Sohn von Heinrich Bullinger, der zu Kallern saß; diese Linie ist ausgestorben.

Aber Ulrich Bullinger, der zu Bremgarten blieb, hat sich mit dem Schultheißen Megger von Bremgarten zu Zürich in ihrem gemeinschaftlichen Elend so treulich und dienstfertig gehalten, daß gedachter Schultheiß allwegen gesagt, er wolle Ulrichen seine Dienste nicht unvergolten lassen. Und da Ulrich Bullinger einen einzigen Sohn hatte, Hansen Bullinger, und der Schultheiß eine einzige Tochter, Barbara Megger, vermählte dieser seine Tochter mit Ulrichs Sohne, dem erstgemeldten Hansen, und bald nach dieser Vermählung starb der Schultheiß; hiemit fiel alles hinterlassene Gut an die Tochter Barbara, die es ihrem Ehemann Hans Bullinger vermachte, und auch etwas Zeit darnach starb. Von dieser Barbara Megger hat Hans Bullinger ererbt das Haus zum wilden Mann zu Bremgarten, der Metzge gegenüber, zwischen dem Ochsen und Mohren. In demselben Hause wurden alle unsere Voreltern geboren und erzogen. Viel andere Güter mehr sind damals ihm geworden, insonders die große Matte außerhalb dem Krähenbühl ob der Lunkhofener-Straße und neben dem Zufikoner-Wege. Darnach hat Hans Bullinger zum Eheweib genommen Bürgi Küffer's von Brugg eheliche Tochter. Dieser Bürgi Küffer ward im Züricher- Krieg, als Zürich von


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den Eidgenossen belagert und Brugg von Thomas von Falkenstein und Hans von Rechberg nächtlicher Weile überfallen worden, gefangen und gen Laufenburg geführt; es wurden ihm fünfhundert Gulden abgenommen, zudem Haus und Heim verbrannt, und alles geraubt, so daß er auch zur Armuth kam. Noch hatte er eine jüngere Tochter, Magaretha genannt; die vermählte er mit Niklaus Kaisereisen, der ein Schmied seines Handwerks und Schultheiß zu Brugg war, genannt Schultheiß Schmied. Von seiner Frau hatte er einen Sohn, der hieß Klaus, war auch ein Schmied; des letztern Sohn, Michael Kaisereisen, ward Schulmeister zu Brugg. Der Schultheiß hatte noch einen Sohn, Uli, der ohne Kind starb, und noch zwo Töchter, Ursel, die nahm den Hans Blum, einen Schuhmacher zu Brugg, und ihnen ward ein Sohn, Jakob Blum, der auch ein Schuhmacher und des Raths war. Niklaus und Margareth hatten noch eine Tochter, Anna; die nahm den Laurenz Fölkli, einen Schmied aus dem Turbenthal; von diesem hatte sie Hansen Fölkli, der Schultheiß zu Brugg ward. Hans Bullinger aber hinkte an einem Schenkel, und ward Hänsli Bullinger genannt, hat weder Gewerb noch Handwerk getrieben, sondern sich aus seinem Einkommen beholfen, ist ein berühmter, ausbündiger Weidmann gewesen in allen Weidwerken, als mit hohem und niederem Gewild, mit Fischen und Vögeln, hat auch viel damit gewonnen und große Gunst gehabt. Denn er sandte vornehmen Leuten sein Wildpret zu, und welche dann vom Adel waren, haben ihn der Weiderei wegen geliebt, und zogen nach ihm. Damals war es um Bremgarten nicht also ausgerodet und angebaut wie jetzt, sondern wild mit vielen Hölzern und Wäldern, auch Gewild, hohes und niederes. So lief sonst Niemand des Bauernvolkes dem Gewilde nach, wie jetzt, und das Schießen war noch gar nicht im Brauch.

Gemeldte Küfferin von Brugg war ein hübsches, häusliches und fröhliches Weib; sie konnte wirken, die heidnische Arbeit genannt, die zu selber Zeit nicht ganz bräuchlich war; sie hat es von ihrer Mutter gelernt. Sie hatte von ihrem Ehemann fünf eheliche Kinder, drei Söhne und zwei Töchter, Heinrich, Jakob und Hans, Elisabeth und


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Anna. In meiner Kindheit bin ich viel bei ihr gewesen, und sie hat mich vor andern Kindeskindern allweg geliebt. Hans Bullinger, mein Großvater, hat etwas zu den achtundfünfzig Jahren gelebt, starb zu Bremgarten um das Jahr Christi 1490, und ist auf der Bullinger-Begräbniß begraben bei der Linde, neben der Kirche zwischen dem Beinhause. Dahin ward auch meine Großmutter zu ihm begraben; die ist auch zu Bremgarten christlich verschieden im Jahr 1522, ihres Alters im zweiundachtzigsten Jahren Sie hat mir oft gesagt, wie sie bei vorgemeldetem Ueberfall von Brugg noch klein war, und mit andern Kindern hinaus auf das Eysi (ein Platz unter der Linden vor dem Thor) gesetzt worden sey, als die Feinde die Stadt anzünden wollten.

Heinrich Bullinger, Hansen Bullingers ältester Sohn, ist im Jahr 1469 auf die Lichtmeß den 2. Hornung zu Bremgarten im wilden Mann geboren, und oft mit großer Armuth durch Meißen, Sachsen, Thüringen, Franken und Schwaben den Schulen nachgezogen. Er ward Priester, hat in der Prüfung omnia bene (alles gut) erlangt, und auf Helfereien und Kaplaneien zu Konstanz, Arbon, Schwyz und Wädenschwyl am Zürichsee mit großer Gunst aller derer gedient, bei denen er wohnte; denn er war ein recht schöner, freundlicher, geschickter und dienstiger Mann. Zuletzt als er wieder zu Bremgarten in seinem Vaterlande vor den Wiederkehren wohnen durfte, ward ihm dort gegeben die St. Michaels-Pfründe samt der Orgel, die er auch schlagen konnte, und nach etwas Zeit, als M. Walther Basler von Aarau mit Tod abgegangen, auf welchen M. Erhard Wyß von Höng Leutpriester zu Bremgarten, dann aber zu Zürich am großen Münster Chorherr geworden, und deshalb von Bremgarten wegzog, ward Heinrich Bullinger von den Räthen und der ganzen Gemeinde zum Pfarrer oder Leutpriester erwählt und gesetzt im Jahr 1506. Auf diesem Amte blieb er dreiundzwanzig Jahre, nemlich bis 1529. Vor diesen Zeiten und wie er erst Priester geworden war, hat er Anna Wiederkehr, des innern Müllers zu Bremgarten, Heinrich Wiederkehr, Tochter an sich gehängt, wie es damals eine böse Gewohnheit im Papstthum war; doch hab' ich von ihnen beiden mehr denn einmal gehört, daß er sie gleich von Anfang als ein eheliches Weib genom-


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men, und sie ihm die eheliche Treue versprochen habe. Heinrich Wiederkehr aber, der Müller, war des Raths und gewaltig zu Bremgarten, auch wohlhablich, und hatte zwei Söhne, Hans und Heini, die gebrauchten viel der Kriege, und kamen auch um im Kriege. Sie, alle drei, waren heftig, und je lieber ihnen die Tochter und Schwester war, die dem Vater gar wohl haushielt, und eine schöne und vollkommene Tochter und Schwester war, je zorniger sie waren, und ungerner sie es hatten, daß sie dem Pfaffen Gehör gegeben und sich ihm überlassen hat; sie droheten ihn zu töden, so daß er nirgends vor ihnen sicher war. Zu derselben Zeit hatte er einen schweren Rechtshandel mit Walther Sager, Burger zu Bremgarten, der von Konstanz nach Mainz appellirt wurde. Dahin reiste Heinrich Bullinger den Rechten nach, und führte seine Anna mit sich aus dem Lande, daß er dem Vater und den Brüdern aus den Augen käme. Und wie sie miteinander von Mainz wieder hinauf kamen, wohnten sie zu Konstanz und andern vorbenannten Orten, als Arbon u. s. w.

Heinrich Wiederkehr, der Müller, mein Großvater der Mutter halb, hatte anfangs eine von Seengen, unehelicher Geburt, zum Eheweibe, und von ihr eine Tochter, Verena, die war toll, verpfründet im Spital zu Bremgarten, und in Eisen verwahrt. Darnach hatte er von einem andern Weibe meine Mutter, Anna; ihre Mutter hieß Anna Möringer; diese nahm hernach Hansen Zubler, zugenannt Hans Keller Möringer; von diesem hatte sie zwei Kinder, Gottfried und Anna, die zugenannt ward Anna Keller. Gottfried war ein starker, großer Mann, und ein sehr geschickter Scherer und Wundarzt, setzte sich zu Lenzburg, wo er des Raths und wohlhabend war, und ohne Leibeserben abstarb. Anna Zubler, seine Schwester, nahm einen Ehemann zu Birmenstorf an der Reuß, Brunner genannt, daher sie auch Anna Brunnerin hieß. Von diesem Brunner hatte sie eine eheliche Tochter, Margaretha, die ward vermählt mit einem zu Murg am Rhein zwischen Seckingen und Laufenburg. Sie, die Anna, aber verpfründete sich zu Bremgarten in's Pfründhaus, und starb da selig am 1. Hornung 1551 gar alt. Heinrich Wiederkehr aber, als seine Söhne im Kriege um-


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gekommen, meine Mutter mit dem Vater wieder nach Bremgarten zurückgekehrt war, und da wohnte, und Kinder hatte, verkaufte sein Haus zu Bremgarten, wollte nicht mehr da wohnen, und zog nach Dietikon, von wo er gebürtig und nach Bremgarten gekommen war. Dort starb er, und ward begraben bei der kleinen Kirchenthüre gegen Zürich.

Von genannter Anna Wiederkehr hatte Heinrich Bullinger fünf Söhne, davon zwei in der Kindheit starben, Hans, Heinrich [richtig: Hans Heinrich] und Hans Erhard, und drei lebten: Hans Michael, Hans Bernhard und Heinrich der jüngste. Nachdem mein Vater Leutpriester zu Bremgarten geworden, ward er bald darnach des Bremgarter- und Zuger-Kapitels Kammerer, darauf auch Dekan. Unter ihm ist das Pfarrhaus zu Bremgarten im Jahr 1509 gebauet worden, darum auch sein Wappen über der Hausthüre steht, und obgleich der Bau von der Stadt verlegt ward, hat er doch viel Müh und Arbeit und Kosten damit gehabt. Oft hört ich ihn sagen, es habe ihn dreihundert Gulden gekostet. Im Baumgarten war nicht eine Rebe, und sonst gar nichts; den besorgte er selbst, umzog ihn mit Rebbögen, daß daselbst ziemlich viel Wein wachsen mochte. Viel Feindschaft litt er von etlichen Räthen; die liessen köstliche Gesangbücher schreiben: sie kosteten bei sechshundert Gulden, und unterstanden sich, sie in die Kirche zu bringen, daß er samt den Kaplänen, deren zehn waren, er und der Helfer, zusammen zwölf Personen, alle Tage Vesper singen sollten, und meinten es wohl dahin zu bringen, daß sie noch andere Horas singen müßten. Dawider legt' er sich ein, und glaubte, es sey genug, daß man alle Tage das Amt singe, und an Feiertägen und Feierabenden die Vesper, auch an großen Festen die Mette; er wollte sich nicht ferner vom alten Brauche der Kirche treiben lassen. Das gab einen großen und langwierigen Rechtshandel, der zu Konstanz und vor dem Bischofen und seinen Räthen ausgeführt wurde, wo den Räthen ihr Vornehmen abgesprochen worden. Er ward sonst auch aus Feindschaft in andere Wege versucht, Gott gab ihm aber allzeit, daß er mit Glimpf, Fug und guten Ehren bestand.

Der Gemeinde war er sehr angenehm und lieb; denn mit


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Speise, Trank und Ehrenschankungen gegen die Armen, denen er großes Almosen gab, und gegen die ganze Gemeinde hat er viel Gutes gethan, so daß er von Männiglichen Ruhm und gar guten Namen hatte; gegen die Reichen war er ganz freigebig und gastfrei, und sein Haus stand Jedermann offen, daß Jedermann sagte, er halte Hof, wie ein gewaltiger Herr. So war die Mutter Anna Wiederkehr gar geschickt mit Haushalten, Kochen und Rüsten, und sie hatte Lust und Freude, der Welt Ehr' und Gutes anzuthun. Den kranken Leuten in der Stadt that sie mit Kochen, Schicken und Besuchen viel Gutes. Viel vornehme Ehrenleute, auch die Boten der Eidgenossen, wenn sie gen Baden oder anderswohin bei Bremgarten vorbei auf die Tagsatzungen ritten, kehrten bei ihm an. Er lud auch gern fremde Ehrenleute ein, und führte sie mit sich heim. Das gewahrten die Gewaltigen der Eidgenossenschaft gar wohl an ihm, hatten ihn lieb und werth und in Ehren, daß er viel in der Eidgenossenschaft galt. Der Bischof von Konstanz liebte ihn auch gar sehr, bei dem er viel vermochte, und wenn er gen Meersburg oder Konstanz kam, ward er gar schön empfangen, gar wohl und ehrlich von dem Bischofe und den Seinen gehalten. Sein Amt in der Kirche und darneben, besonders mit Predigen, da er gar gern von der Gemeinde gehört ward, richtete er gar treulich aus, daß er dessen allen Ruhm hatte, und seinethalben keine Klage war. Wenn er aber sonst übrige Zeit hatte, die gebrauchte er zur Weiderei mit dem hohen und niedern Gewild, Vögeln und Fischen, in welchem allem er einen besondern Ruhm hatte. Seine Weidereigesellen waren Junker Hans von Seengen, Junker Hans Krieg von Bellikon, die Segesser von Mellingen, der Abt von Muri, und viele Ehrenbürger von Zürich. Er verwandte große Kosten darauf, hatte acht und bis in die zwölf Hunde allerlei Geschlechts; denn zu jeder Zeit des Jahres gebrauchte er das Weidwerk, das damals bräuchlich war; was er fieng, verschenkte er mehrentheils, und sagte allzeit, es freue ihn besser zu fahen denn zu essen, hielt also viele Ehrengastungen. Dem Bischof von Konstanz und andern Herren hat er besonders viele Geschenke mit dem alleredelsten Geflügel gemacht, und hat auch viele Hunde in Mailand verkauft. Seine Söhne


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unterstützte er willig nach allem seinem Vermögen, daß sie bei den Studien verblieben, und auf den Schulen lernten. Er sagte ihnen allzeit, die Kosten reuen ihn nicht, wenn sie nur etwas lernen.

Im Jahr 1519 kam Samson von Mailand mit vielem Ablaß vom Pabste, daß er den Ablaß feil hätte. Daraus löste er viel hin und her durch die Eidgenossenschaft; aber zu Bremgarten wollte der Dekan ihn nicht lassen auslegen; darüber erhob sich gar großer Zank. Zuletzt that der Legat den Dekan in Bann, und verfluchte ihn gar. Wie aber der Dekan auf den Tag nach Zürich kam, dahin der Legat auch gefahren war, fand der Dekan bei den Eidgenossen so großen Beistand, daß der Legat über nichts froher war, denn dass er ihn absolviren sollte. Als aber der Spann von wegen der Religion in der Eidgenossenschaft je länger je strenger ward, der bis jetzt von dem Jahre 1522 her allgemein gewährt hat, ist auch vielgenannter Dekan in der Fasten im Jahr 1529 auf die Kanzel gestanden, und hat heiter vor der ganzen Gemeinde bekannt, daß er bisher nicht aus wissender Bosheit, sondern aus unwissender allgemeiner Blindheit, darin man bisher überall in Blindheit des Glaubens lag, geirrt, und er also die Kirche nicht rein nach der Lehre des heiligen Evangeliums gelehrt, sondern mit papistischer, das ist mit irrender Kirchenlehre geführt habe, was ihm leid seye; hiemit aber entbot er sich, daß er sie fürohin zu dem einigen Erlöser Jesu Christo mit reiner evangelischer Lehre führen wolle, so viel ihm Gott Gnade gebe; wie ich das vollkommen beschrieben habe in der Historie von der Eidgenossenschaft, besonders von den Reformirten im andern Theile [→ Bullingers "Reformationsgeschichte"]. Um dieser Predigt willen vertrieben ihn die Räthe, und er zog gen Zürich, wo er am letzten Tage des Christmonats des gemeldeten Jahrs 1529 im großen Münster mit Anna Wiederkehr zur Kirche gieng, und seine Ehe, die er längst mit ihr geschlossen hatte, offenbarte und bestätigte, und es gab sie zusammen der Kirchendiener Niklaus Ländi, wohnhaft zum Häring.

Im Jahr 1530 ward der Dekan, auf Ansuchen der Kirchhöre von Hermetschwyl und aus Befehl des Raths von Zürich, geordnet zum Predikanten gen Hermetschwyl; die Stelle


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versah er von der Stadt Bremgarten aus, dahin er von Zürich wieder gezogen war, bis zum Kappeler-Kriege. Damals gaben ihm die von Bremgarten zu kaufen für eigen das nächste Haus bei dem Thore in der untern Stadt, das zogen sie aber nach dem Kriege wieder zu ihren Handen, und im Kriege kam er um viel Gut, daß ich oft von ihm gehört, was er verloren und ausgegeben, belaufe sich über siebenhundert Gulden; doch sagte er allwegen dazu, das alles wolle er gern und willig verloren haben von wegen des Herrn Jesu und seines Wortes. Nach dem Kriege wohnte er unterweilen zu Ottenbach bei Herrn Hansen, mehrtheils aber zu Zürich bei mir Heinrichen, seinem andern Sohne; bei dem starb er auch selig und christlich im Jahr 1533, am 8. April, ein wenig vor 2 Uhr Nachmittag, vierundsechszig Jahre, zwei Monate und neun Tage alt, und ward bei dem großen Münster begraben. Ehe er am Morgen des vorbemeldten Tages gar schwach wurde, dankte er Gott besonders treulich, daß er ihn aus dem Papstthum durch die Predigt des heil. Evangelii in die Erkenntniß Jesu Christi, des ewigen einigen Heilands, geführt, auf welchen er all sein Trost und Hoffnung setzte, vermahnte auch seine Söhne, daß sie gottesfürchtig und tapfer in der evangelischen Wahrheit und deren Verkündigung beharrlich bleiben, und sich nicht davon treiben lassen sollten.

Anna Bullinger, Heinrich Bullingers Eheweib, hat sich nach dem Tode ihres Herrn bei den Söhnen aufgehalten, und das hinterlassene Gut des Vaters genossen; doch hat sie den größern Theil ihres Lebens bei mir verschlißen, bei dem sie auch selig und christlich verschied im Jahr 1541, den 16. August am Morgen um drei Uhr. Sie ward bei und zu ihrem Herrn mit Ehren zum großen Münster begraben, vor der großen Kirchthüre zunächst am kleinen Graben auf der linken Hand, wo man heraus geht gegen den blauen Fahnen.

Hans Bullinger ist zu Arbon am Bodensee geboren den 14. Hornung 1496, vom Vater zur Lehr gezogen worden, und gewesen zu Rothwyl, Bern, Heidelberg, Emer[i]ch im Lande Kleve und zu Kölln. Er ist Priester geworden und hat eine Kaplaneipfründe zu Bremgarten gehabt. Von dan-


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nen ist er gekommen hinein in Uri, wo er etliche Jahre Pfarrer gewesen ist, und mit den Urnern etliche Züge in's Mailändische hinein gethan hat; zuletzt kam er heraus ab der Schlacht Karan wohl erbläuet im Jahr 1527. Als er nun etliche Jahre zu Zürich studirt hatte, ist er als Predikant gen Birmendorf, jenseits dem Albis, gesetzt worden; darnach ward er Pfarrer in Rohrdorf in der Grafschaft Baden; von dort mußt' er im letzten Kappelerkriege entrinnen, und verlor da all sein Hauptplunder und Habe. Im Jahr 1532 im Jenner ward er zum Pfarrer gen Ottenbach gesetzt, und als er an einem Schenkel presthaft wurde, verordnete man ihn, wegen mehr Ruhe, gen Kappel zum Predikanten; das geschah den 26. Juni 1557. Zu Kappel ist er den 15. August 1570 an Mariä Himmelfahrt gestorben und in der Kirche begraben worden. Als er Elisabeth Zehnder, Marquarden Zehnders, Schul[t]heißen zu Aarau eheliche Tochter, die eine Klosterfrau zu Hermetschwyl war, zur Ehe genommen, ist er mit ihr zu Zürich in's große Münster zur Kirche gegangen, und hat seine Ehe geöffnet und bestätiget den 7. März 1529. Von dieser seiner Hausfrau hat er eheliche Kinder gehabt, die ihm alle gestorben sind bis auf Josua Bullinger, der ist in Zürich geboren den 18. April 1529 und getauft im großen Münster. Die Zehnder zu Aarau sind ein gutes altes Geschlecht, doch nicht zu Aarau geblieben, sondern gen Bern in die Stadt gezogen, wo jetzt Ludwig Zehnder, gedachter Elisabethen Bruder wohnt, und des Raths daselbst ist, und Christiana, seine Schwester, Hansen Frischings, des Hauptmanns, hinterlassene Wittwe, von dem sie ein Kind hat: Hans Frisching. Elisabeth Bullinger, Herrn Hansen Hausfrau, starb im März 1532; hernach vermählte er sich mit Margaretha Bereker [richtig: Bercker], und gieng mit ihr zur Kirche den 10. Mai desselben Jahres. Diese Margareth Bereker hatte einen Bruder in Zürich, Diethelm Bereker, welcher Wirth bei dem Salmen war; sie hatte vorher zum Ehemann den Jakob Näf, Pfarrer zu Affoltern, der in der Schlacht von Kappel geblieben war. Von diesem hatte sie zwo Töchter, Anna Näf, vermählt mit Heinrich Bruder, des Raths in Zürich und Vogt auf Regensberg: item Sara Näf, vermählt mit Christian Holzer, Pfarrer und


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Dekan zu Stein am Rhein; aber mein Bruder Hans hatte kein Kind von gedachter Margareth Bereker. Diethelm Bereker nahm zur Ehe Veronika Murer von Grüningen; von derselben hatte er einen Sohn, Heinrich, den jetzigen Wirth zum Salmen und hernach zum Storchen. Die Margareth Bullinger, meines Bruders Weib, starb zu Kappel den 9. Jenner 1565. Am 11. Juli desselben Jahres hielt er Hochzeit mit Elisabeth Peyer von Zürich. Diese starb ihm zu Kappel am 15. Jenner 1568. Diese Elisabeth Peyer hat viele Geschwister gehabt, unter denen Felix Peyer, des Raths und Hausschreiber in Zürich, und Margareth Peyer, Ambrosi Bagharden eheliche Hausfrau, welche den 10. März 1568 starb.

Josua Bullinger, Hansen Bullingers von der Elisabeth Zehnder ehelicher Sohn, ward vom Vater zum Kürschnerhandwerk gethan, darauf er gewandert und damals in den Reichskrieg gekommen, darnach ist er auch mit den Eidgenossen in's Piemont gezogen. Im Jahr 1555, den 20. Juli, ward Josua vermählt mit Barbara Baghardin, Ambrosi Bagharden, des Seilers und Burgers von Zürich, eheliche Tochter, und hielt Hochzeit den 30. Juli desselben Jahrs. Von dieser Barbara bekam er zwei Söhne, Hans Heinrichen, der ward geboren den 24. August 1557, und Hans Jakob, geboren den 14. Herbstmonat 1565. Barbara starb den 25. Christmonat 1572. Josua nahm zur Ehe Susanna Aeberli, eine Wittwe, die vorher gehabt den Pfister Heinrich Stollen, hielt Hochzeit den 9. April 1573, ward im Jahr 1575 des Regiments, und starb 1581.

Hans Bernhard Bullinger, der andere Sohn, ist, wie er es selbst begehrte, vom Vater zu einem Schuhmacher gethan worden, bei dem er das Handwerk wohl gelernt hat, und in der Arbeit berühmt gewesen ist. Wie er aber etwas erwachsen war, wollte er nicht mehr werken, zog hin und her in den Rheinstädten, in der Eidgenossenschaft und nach Rothwyl, setzte die Leute an, machte auf den Vater hin große Schulden, spielte großes Spiel, nahm zwei Weiber, trieb grossen Muthwillen, ward vom Vater darüber hart bestraft, aber ohne alle Frucht; denn er war gar roh und boshaft, kehrte sich an nichts, fuhr hinaus in's Reich,


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hinab gen Kölln, zog mit den Landsknechten in die Pikardie, item nach Italien, von dannen auf Wien in Oestreich, als der Türk Wien belagerte im Jahr 1529, und an selbem Orte kam er um. Das zeigten zwei Landsknechte dem Vater an, und er gab ihnen ein gutes Botenbrod. Von diesem Hans Bernhard sagte der Vater allwegen, daß dieser Sohn ihm schweeren Kummer mache; doch wie mehrtheils in allen Geschlechtern Schandflecken gefunden werden, so sey dieser elende Mensch der Bullinger Schandfleck gewesen, und also demüthige Gott ein jedes Geschlecht, daß es sich nicht zu hoch erhebe, sondern demüthig bleibe, ja desto minder sich rühme, und andere Leute ausrichte, damit man nicht auch ihm seinen Presten hervorziehe und ihm das sage, was es nicht gerne hört.

Heinrich Bullinger, Heinrichen Bullingers dritter und jüngster Sohn, ist zu Bremgarten den 18. Juli 1504 am Morgen nach drei Uhr geboren. Er wurde vom Vater zur Lehr erzogen in den Schulen zu Bremgarten, zu Emerich im Lande Kleve und zu Kölln. Auf die Wanderschaft zog ich das erstemal aus im Brachmonat 1516, als ich schier zwölfjährig war, dann kam ich wieder heim. Zu Kölln nahm ich etliche Gradus im April 1522. Im Jahr 1523 ward ich auf die Predikatur gen Bremgarten berufen, wo ich die erste Predigt am Pfingsttage hielt. Daselbst diente ich bis zum 10. Wintermonat 1531, zu welcher Zeit ich im letzten Kappelerkriege vertrieben worden. Von allen diesen Dingen hab' ich ein besonderes Büchlein, Annales vitae meae, geschrieben [→ Bullingers "Diarium"]. In Zürich ward ich Pfarrer an M. Ulrich Zwingli's Stelle, und von Räthen und Bürgern erwählt den 19. Christmonat 1531. Den 5. August 1529 nahm ich zur Ehe Anna Adlischwyler, die zu Ottenbach Klosterfrau gewesen war, hielt mit ihr den 17. August Hochzeit zu Birmenstorf in meines Bruders Hause, der dort Pfarrer war, und Peter Simler von Kappel gab uns zusammen, wie es der Brauch war. Nach dem Imbis fuhren wir heim gen Bremgarten, und aßen da mit der Freundschaft zu Nacht. Den Kirchgang aber hab' ich nicht zu Bremgarten gehalten von minder Geläuts und Gewühls wegen, und dass es stiller zugienge.


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Anna Adlischwyler war Hansen Adlischwyler's und Elisabethen Stadler eheliche und einzige Tochter, und ist in Zürich geboren. Ihr Vater aber war von Rapperschwyl gen Zürich gezogen. Die Adlischwyler sind ein gutes, altes Geschlecht, und waren lange Zeit zu Rapperschwyl gesessen. Im Bürgerbuch von Zürich fand ich also geschrieben: Hans Adlischwyler von Rapperschwyl ist zum Burger aufgenommen worden und hat den Burgereid geschworen auf Montag nach Judica in der Fasten im Jahr 1491. Dieser Hans Adlischwyler, mein Schwiegervater, hatte Anfangs eine Freudwyler zur Ehe, und bekam von ihr zwei Söhne; der eine ward ein Predigermönch, zog gen Rom, und starb auf der Reise; der andere, auch Hans Adlischwyler genannt, war ein Glaser, nahm zu Rheinfelden eines Ehrenbürgers Tochter zum Weibe, kam an den Hof des Markgrafen von Röteln und Niederbaden, und ward des Fürsten Kämmerling; von dannen kam er, durch des Fürsten Gunst, wieder nach Rheinfelden, und ward dort Stadtschreiber; der war, von Seite des Vaters, meiner Hausfrauen Bruder. Gedachter Stadtschreiber, der des Raths und Seckelmeister der Stadt geworden war, starb an der Pest, die im Jahr 1564 regierte, den 13. Herbstmonat, und gerade zur selben Zeit starben ihm alle seine Söhne und Töchter bis an ein drei oder vierjähriges Töchterlein, Anneli, das bei der Mutter überblieb, die von Laufenburg, und des Stadtschreibers zweite eheliche Hausfrau war. Von der ersten Hausfrau, die von Rheinfelden war, hatte er nur einen einzigen Sohn, Hans Jakob; der war eine Zeitlang im Frickthal Statthalter des Friedrichs von Landegg, ließ sich vom Kaiser adeln; der gab ihm Schild und Helm. Auf dem Amte blieb er nicht lang; denn er war unruhig, trieb große und schwere Rechtshändel, und war in seinem Wesen wunderbar; starb auch im Jahr 1564 zu Augst unter Rheinfelden, und hinterließ einen Sohn, Hans Jakob, einen Scherer, und zwo Töchter. Von alten Zeiten her führten die Adlischwyer im Wappen einen schwarzen, in vier Theile gebrochenen Ring in einem rothen Felde, und das Wappen ist alt. Wie aber oben gemeldet wurde, ist, nach Absterben der Freudwylerin Elisabeth Stad-


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ler, zu meinem Schwiegervater, Hans Adlischwyler, ehelich gekommen, und sie hatten eine einzige Tochter, Anna. Die Stadler sind von Uri heraus gen Zürich gezogen, sind dort Bürger geworden, und eine gute Zeit da gewesen. Die Elisabeth hat Brüder und Schwestern gehabt, nemlich Hans Stadler und Antoni Stadler, der war zu Stadelhofen ein Schiffmacher und Bürger; er hatte von seinem Eheweibe, Namens Merz, zwei Kinder, Jörg und Anna; der Jörg ward nach dem Tode des Vaters ein Tischmacher, und nahm durch meine Hülfe zum Eheweibe Margareth Escher, Konrad Escher's, des Alten, eheliche Tochter, deren Brüder noch leben, Konrad Escher des Raths und Hausschreiber, und Rudolf Escher, Altvogt zu Grüningen, und sie sind von den Eschern, die in ihrem Wappen nicht den Luchs, sondern das Glas mit dem Sternen führen. Dieser Jörg Stadler ward Spitalmeister in Zürich, starb im Spital den 17. Mai 1565, vom Schlage getroffen. Von der Escher, die etwas Zeit vor ihm gestorben war, hatte er folgende Kinder: Jörg, Hans, Jakob, Konrad, Antoni, Heinrich und Dorothea. Der Spitalmeister aber vermählte sich, nach dem Absterben seiner Hausfrauen, der Escherin, wieder mit Elisabeth Rordorf, und hatte von dieser keine Kinder; sie starb bald nach Jörgen, im Anfange des Wintermonats 1565. Anna Stadler, des Jörgen Schwester, vermählte sich mit Hans Eichholzer von Lunkhofen, und bekam von ihm zwo Töchter, Anna und Regula; die Anna Eichholzer nahm zur Ehe den Johann Freitag, Pfarrer zu Bonstetten, und hatte etliche Kinder von ihm.

Daß ich aber wieder auf meinen Schwiegervater zurückkomme, so hat er, Hans Adlischwyler, wohl können kochen, war auch nicht lang, sondern kurz und fett, hieß deshalb der Hänsli Köchli; viel hat er gedient dem Abt Trinkler zu Kappel und Herrn Hansen Waldmann, Bürgermeister in Zürich. Er war auch Stubenknecht zum Weggen und zur Meisen, und von meinen Herren gesetzt zu wirthen und Wein zu schenken zum Elsaßer, und wie er eine Zeitlang da gewirthet hat, hat er Ruhe gesucht, ist zu den Predigern in die Brunngaße gezogen, hat da des Affenthürers Haus an der Ecke gekauft und hat es gebauet. Im Jahr 1512, als


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meine Herren von Zürich mit andern Eidgenossen zu Felde nach Mailand vor Pavia zogen, ward Hans Adlischwyler auch ausgewählt, daß er dem Hauptmann kochen sollte, starb aber vor Pavia an der Bräune, und ward da mit großem Kirchgang in ein Kloster begraben. Elisabeth Stadler, seine hinterlassene Wittwe, hat ihren Schwestern, Brüdern und Kindern viel Gutes gethan. Ihre Schwestern kamen hin und her, gen Unterwalden und an andere Ort und End. Sie aber hat gar wohl hausgehalten, und ihre einzige Tochter aus besonderer Andacht in's Kloster Ottenbach bei Zürich gethan, und die Tochter hat sich gern darein lassen thun; hernach wie die Aenderung in der Religion geschah, und das Kloster geöffnet und allen, hinauszugehen, frei gelassen ward, blieb sie nichts desto weniger im Kloster, und wohnte bei Frau Justitia Meser von Konstanz. Als aber ihre Mutter krank und mit der Wassersucht behaftet war, verpfründete sie sich in's Kloster zu der Tochter, gab viel um die Pfründe, und benutzte die Pfründe wenige Wochen; denn sie starb vor Johanni im Sommer 1529; danach nahm ich die Tochter aus dem Kloster und hielt mit ihr Hochzeit, wie oben besagt wurde.

Anna Bullinger ward zu Bremgarten den 19. Mai 1530 geboren; diese konnte wohl wirken, das heidnisch Werk genannt, und ward vermählt mit M. Ulrich Zwingli, dem jüngern[,] Diakon an der Kirche zum großen Münster, hernach Pfarrer beim heiligen Geiste, und M. Ulrich Zwingli's ehelichem Sohne, und sie giengen zur Kirche im Juni 1549. Sie starb selig an der Pest den 13. Wintermonat 1565 Abends um 6 Uhr, und hinterließ zwei Söhne, Rudolf und Ulrich, und drei Töchter, Verena, Margareth und Regula. Zwingli nahm im folgenden Jahre eine andere Frau, Regula Schönenberg von Zürich. Margareth Bullinger ward zu Bremgarten geboren den 2. April 1531; sie wurde mit Ludwig Lavater, Predikanten zum großen Münster, vermählt den 7. Mai 1550. Herr Ludwig war Herrn Hans Rudolf Lavater's, Bürgermeisters von Zürich, ehelicher Sohn von Anna Reüchlin. Sie starb an der Pest den 30. Oktober 1564 in ihrer Kindbette, und ward am 31. Oktober mit großer Leiche zum großen Münster begraben; sie hinterließ zwei


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Söhne: Felix und Heinrich, und fünf Töchter, Anna, Katharina, Regula, Margareth und Elisabeth. Lavater nahm im folgenden Jahre ein anderes Weib, Adelheid Strüppler von Zürich. Elisabeth Bullinger, geb. in Zürich den 23. Herbstmonat 1532, vermählte sich mit Josias Simler, Professor der Theologie, und Peter Simler's von Kappel ehelichem Sohne; sie hielten Hochzeit den 24. September 1551, hatten aber keine Kinder. Sie starb den 20. November 1565 Abends um sieben Uhr an der Pest, und ward mit großer Leiche Tags darauf beim großen Münster zu meinen Eltern vergraben.

Heinrich Bullinger, mein ältester Sohn, geb. in Zürich den 18. Mai 1534, heurathete Anna Walther, Rudolf Walther's von Regula Zwingli eheliche Tochter, und hielt Hochzeit den 20. Juni 1559; er ward Predikant zu Zollikon, und darnach Helfer zu St. Peter in der kleinen Stadt, hierauf Pfarrer daselbst. Hans Rudolf Bullinger, geboren in Zürich den 31. Jenner 1536, vermählte sich mit Susanna Keller, Hans Balthasar Keller's, des Raths und Vogts zu Grüningen ehelicher Tochter von Agatha Meyer von Knonau; sie hielten Hochzeit den 13. August 1560. Er wurde Predikant zu Zollikon, und darnach Pfarrer zu Berg. Christoph Bullinger, geb. in Zürich den 16. Dezember 1537, ward ein Pfister, wanderte darauf, kam gen Augsburg, München, Wien, Venedig, und zuletzt zog er den Rhein hinab, und kam an den Hof zu dem alten Landgrafen, der ihn mit einem Ritterlehen belehnte; er starb im uranischen Zuge. Hans Bullinger, geb. den 24. Mai 1539, starb den letzten September 1542. Diethelm Bullinger, geb. den 12. Jenner 1541, starb den 23. Juni 1542. Veritas Bullinger, geb. den 27. Merz 1543, vermählte sich im Jahr 1569 vor Weihnacht mit dem Alt-Schultheißen, jetzt Spitalmeister, Heinrich Gruber [richtig: Trüb]. Dorothea Bullinger ward geboren in Zürich den 29. April 1545. Felix Bullinger, geb. in Zürich den 19. Mai 1547, starb den 22. März 1553. Von diesen Kindern allen und jeden wird eigentlich geschrieben in den Jahrbüchern meines Lebens. Anna Bullinger, aller dieser Kinder Mutter, starb an der Pest den 25. September 1564 Mittags


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gegen 12 Uhr, und ward mit großer Leiche begraben beim Münster im Kreuzgange zu Theodor Buchmann, zwischen Stadtschreiber Escher und Doktor Martyr.

Jakob Bullinger, Heinrich Bullingers, des Dekans zu Bremgarten leiblicher Bruder, ward ein Sattler, zog gen Brugg, und setzte sich daselbst, und ward da wohlhabend und des Raths. Zuletzt hub er an das Federspiel, und hielt schöne Kuppelroße, und führte deren viele nach Mailand; und wie man ihm viel schuldig war und etliche ihm aufsätzig waren, ward er auf der Straße ermordet im Jahr 1534. Die Mörder wurden hernach von den Eidgenossen ergriffen und gerädert; denn er war den Eidgenossen lieb, weil er als Hauptmann mit ihnen zu Feld gezogen war. Seine Hausfrau war von Bremgarten, und hieß Veronika Frey; von der hatte er viele Kinder, doch blieben nur drei Söhne am Leben: Peter Bullinger, ward auch ein Sattler, wie sein Vater Jakob, zog gen Münster im Luzernergebiete, setzte sich dort, und es gieng ihm wohl. Er war kriegerisch, zog mit den Luzernern zu Kriege, und ward zu Pavia an der Schlacht, wo der König von Frankreich gefangen worden, im Jahr 1525 erschlagen. Sein Weib war Katharina Frölich von Brugg; die gab ihm zwei Söhne: Martin Bullinger, der ward ein Tuchmann zu Bremgarten und zuletzt Wirth zum Ochsen; da verdarb er, zog gen Rom unter die Garde und starb. Der andere Sohn [Werner] ward ein Sattler und aller Dingen ein frecher Kriegsmann, und zog den Kriegen stets nach. Uli Bullinger, Jakobs zu Brugg anderer Sohn, ward auch ein Sattler und zog nach Wallis hinein; als aber das Handwerk nicht gut war, begab er sich in den Krieg, zog in die Pikardie, nach Spanien und Italien, und als der Reichskrieg war, zog er in die Besatzung gen Magdenburg, war ein Hagenschütz, hielt sich sehr wohl, und starb daselbst. Heini Bullinger, Jakobs dritter Sohn, ward auch ein Sattler; er besaß seines Vaters Haus zu Brugg, ward da des Raths, und bekam einen Sohn, Johannes, der ist im Studio zu Bern, wo er sich zum Predigen übte, wohl fortgekommen, ward Diakon zu Suhr bei Aarau, und hernach Pfarrer zu Rued; und eine Tochter Elisabeth, und eine andere, die hieß Anna.


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Hans Bullinger, Heinrichs und Jakobs leiblicher Bruder, ward Priester, und bekam zu Bremgarten die Bullingersche Pfründe. Derselbige war gar kriegerisch, zog mit den Bürgern von Bremgarten zu Feld gen Pavia. Er starb im großen Tode 1519 und ward begraben zu Bremgarten auf der Bullinger-Begräbniß, und hinterließ zwei Kinder, Samuel und Anna; die starben ohne Leibeserben.

Elisabeth Bullinger, Hansen Bullingers, meines Grosvaters, älteste Tochter, ward vermählt mit Hans Wüst, Bürger zu Bremgarten; von ihm hatte sie folgende Kinder: Jakob, Hans, Walther, Michael, Wendel und Margareth. Jakob Wüst ward zu Kölln der freien Künste Meister, und war zu dieser Zeit in Gelehrsamkeit und Geschicklichkeit ein berühmter Mann; er ward Schulmeister zu Muri im Kloster, darnach Pfarrer zu Lunkhofen, und starb da ohne Kinder im Jahr 1524. Hans Wüst ward ein Sattler, nahm zum Weibe Quinteria Wiederkehr, des Müllers von Zürich, Tochter, und hatte von ihr zwei Söhne: Jakob und Abraham. Jakob vermählte sich mit Rudolf Schodeler's Tochter, welcher von den Bullingern den wilden Mann gekauft hatte; und Abraham nahm Werner Schodelers, des Schultheißen zu Bremgarten, Tochter, und hat etliche Kinder von ihr gehabt. Walther Wüst war auch ein Sattler, wanderte weit umher, werkete lang zu Insbruck, kam wohl heim von der Wanderschaft, und nahm Margareth Läupi von Bremgarten, die noch zu dieser Zeit Wirthin zum Engel in Baden ist; von ihr bekam er eine Tochter, Ursula, die ward zu Baden vermählt mit dem Scherer Wanger zu den großen Bädern, und hatte von ihm etliche Söhne, unter denen Wilhelm Wanger, der Apotheker zu Baden. Michael Wüst ist von Jugend auf mein Wandergesell gewesen zu Emerich im Niederland und zu Kölln, war trefflich gelehrt, und zu Klingnau Schulmeister, darnach Pfarrer. Denselben verführten die Wiedertäufer, und er starb in der Wiedertäuferei zu Oberglatt, wo er wollte weben lernen. Wendel Wüst ward auch ein Sattler; der war gar reich, des Raths und Seckelmeister zu Bremgarten, nahm zum Weibe Verena Gumann, Heini Gumanns, des alten Gerbers an der Reußgaße, eines gewaltig reichen Mannes, Tochter, und hatte


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viele Kinder von ihr, die aber alle starben; bis auf die einzige Tochter Magdalena sind alle gestorben und des Geschlechts nichts übrig geblieben. Margareth Wüst vermählte sich mit Walther Lüthard, Gerber zu Bremgarten; der war ein schöner aber liederlicher Mann, und sie ein vertrunkenes Weingänsli; sie verthaten in kurzer Zeit viertausend Gulden, und kamen zur Armuth; ihre Kinder hielten sich übel; nur Quinteria, ihre Tochter, hielt sich ehrlich und wohl. Diese nahm den Heinrich Hausherr, Pfarrer zu Eggenwyl vor dem Kappeler-Kriege, und hatte von ihm zwei Söhne, Josua, Pfarrer zu Schwarzenbach, und Burkhard, der Schuhmacher ward. Die beiden Alten aber, Hans Wüst und Elisabeth Bullinger, aller dieser Kinder Eltern, sind zu Bremgarten an der Pest gestorben und dort begraben. Hans Wüst hatte einen Vetter, Jakob Ammann; ein gar reicher Mann, der, wie auch der Wüst, von Zürich nach Bremgarten gezogen war; denselben erbten die Wüst, und wurden auch reich.

Anna Bullinger, vorgemeldeter Elisabethen, und Heinrichs, Jakobs und Hansen leibliche Schwester, vermählte sich mit Hans Hedinger, Burger und Pfister zu Bremgarten, wohnhaft unten an der Reußbrücke beim Thore. Dieser Hedinger war Schultheiß zu Bremgarten, und hatte von der Anna folgende Kinder: Uli, Michael, Hans Jakob und Dorothea. Viele andere starben. Uli Hedinger war ein starker und mächtiger Mann, des Raths zu Bremgarten, ein Pfister und guter Schütz, nahm zur Ehe Margareth Hauser von Burghausen aus Baiern, und hatte von ihr einen Sohn, Heinrich Hedinger, Schuhmacher, der jetzt in Nürnberg wohnt, und andere Kinder mehr. Im Jubeljahr 1550 zog er mit Heinrich Gumann gen Rom, und beide starben auf der Reise. Michael Hedinger war ein starker, hübscher Mann, ein Scherer und Bruchschneider, nahm ein Weib von Baden, die er aber, wegen gespürter Untreue, nicht mehr wollte, zog in den Krieg, wo er in den Zügen mehrtheils oberster Feldscherer und ein berühmter Kriegsmann war. Er starb in einer Garde. Hans Jakob Hedinger war auch ein Scherer zu Bremgarten, besaß seines Bruders Michels Haus, heurathete Magdalena Gugger, des


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Wirths zum weißen Kreuz in Bremgarten eheliche Tochter, deren Mutter eine Binder von Zürich war, und hatte von ihr etliche Kinder, unter andern die Anna Hedinger, die mit Jörg Ottli von Zürich, Pfarrer zu Regenstorf, vermählt ward. Dieser ertrank 1551 im April beim Eislaufen auf der Reuß, und seine Hausfrau nahm Jakob Egg, den Müller in Zürich, zur Ehe. Dorothea Hedinger vermählte sich mit Heinrich Borsinger, dem innern Müller zu Bremgarten; der baute eine Papiermühle, und war reich; doch mochte er nicht von seinen Grützen lassen, und vertämperlete das Seinige. Von diesem Borsinger hatte die Dorothea viele Söhne, und eine einzige Tochter, Barbara, die vermählt ward mit Bernhard [richtig: Leonhard] Aerni, Pfarrer zu Altorf in der Grafschaft Kyburg, von dem sie Söhne und Töchter hatte. Aber Hans Hedinger, der Schultheiß, ward von des Glaubens wegen verfolgt und nach dem Kappeler-Kriege verstoßen, beharrte aber nichts destoweniger in der Wahrheit, und da man ihn nachher wieder zum Regiment annehmen wollte, schlug er es ab, und wollte nimmer in ihren Rath, starb auch in der Bekenntniß des Evangelii Christi im Jahr 1541. Sein Eheweib, Anna Bullinger, genoß im Wittwenstande all sein hinterlassenes Gut, dessen viel war, und verschied christlich zu Bremgarten in ihrem Hause den 14. März 1547, Morgens um 7 Uhr.

Diese Anna Bullinger hat von ihrer Mutter, der Küfferin, heidnisch Werk wirken gelernt, und hat hübsche Arbeit gemacht, und es meine Anna Zwingli gelehrt; das sind wohl die vier oder fünf gewesen, die da wirken konnten, da je eine des Geschlechts es die andere wieder lehrte.

Hier folgt, was von den Bullingern der Kirche zu Bremgarten vergabet worden:

1). Arnold und Lütold, die Bullinger, haben an den Kirchenbau gegeben ein Viertel Kernen und ein Pfund an Geld. 2). Hans und Rudolf Bullinger, Hansen Sohn, und Margareth Stucki, Rudolfs Eheweib, haben gesetzt fünf Gulden. 3). Heinrich Bullinger drei Viertel Kernen. 4). Heini Bullinger gab an den Kirchenbau fünf Gulden. 5). Konrad Bullinger, samt seiner Hausfrau, haben gestif-


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tet eine ewige Messe, oder Pfründe, die man nennt die Bullingerpfründe, und haben nebst andern Gütern daran gegeben sechszig Gulden jährlichen Zinses, im Hauptgut zwölfhundert rheinische Gulden; darzu noch für ein Jahrzeit zwei Mütt Kernen. Zu dem Altar der Bullinger, der in der Kirche zu Bremgarten an der Ecke steht, wo man an die Kanzel geht und gegen den Kirchthurm hin, gaben die Bullinger alle Rüstung und Zierde mit gewirkten Voraltären, und was zu dem Altar gehört; item Kelch, Meßgewänder von Sammet, Damast und Seide, und anderes dergleichen viel mehr. 6). Ulrich Bullinger, Agnes Widmer von Zürich sein Eheweib, Hans Bullinger, Kaplan, ihr Sohn, Adelheid ihre Tochter, Klosterfrau zu Aarau, Heinrich Bullinger, vorgenannten Ulrichs Bruder, den man nannte Heini Bulli, hernach die Bullinger geheissen, war ein kleiner Mann, haben der Kirche gesetzt vierzig Gulden in Gold. 7). Ulrich Bullinger und Hans Bullinger sein Sohn, auch Hänsli Bulli genannt, haben gesetzt einen Gulden. [8).]Heinrich Bucher und Anna Bullinger, sein Eheweib, gaben an ein Jahrzeit vierundfünfzig Gulden. 9). Walther Roter, Schultheiß zu Bremgarten, nahm zur Ehe Margareth Bullinger, von welcher er einen Sohn hatte, Heinrich Roter, ward nach dem Vater Schultheiß zu Bremgarten, dem ward vermählt Margareth Krieg von Bellikon, Hansen Kriegs Schwester, diese Roter waren säßhaft zum Bären am Markt in Bremgarten, und haben der Kirche gutwillig gesetzt zwei Mütt Kernen. 10). Hans Wüst und Elisabeth Bullinger gaben an ein Jahrzeit fünfundsechszig Gulden. 11). Hans Hedinger, Schultheiß zu Bremgarten, und Anna Bullinger, seine eheliche Hausfrau, gaben an ein Jahrzeit vierzig Gulden.

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